Dieses Glossar erklärt die wichtigsten Fachbegriffe rund um den Kauf, die Finanzierung und die Verwaltung von Immobilien in Dubai – verständlich aufbereitet für deutsche Investorinnen und Investoren. Zu jedem Begriff finden Sie neben der sachlichen Definition auch eine kurze persönliche Einordnung aus meiner Beratungspraxis.
Jörg Schofer · Schofer Properties
Diese Begriffe begegnen Ihnen, sobald Sie sich mit dem rechtlichen Ablauf eines Immobilienkaufs in Dubai befassen.
Eigentumsform, bei der ausländische Käufer eine Immobilie inklusive Grundstücksanteil unbefristet und vollständig besitzen – im Gegensatz zu Leasehold (befristetes Nutzungsrecht, meist 99 Jahre).
„Freehold ist der Grund, warum Dubai für deutsche Anleger überhaupt interessant ist – ohne echtes Eigentum würde ich niemandem zum Kauf raten.“
Von der Regierung ausgewiesene Zonen, in denen Ausländer Immobilien im Volleigentum erwerben dürfen, z. B. Dubai Marina, Downtown Dubai, Business Bay oder Jumeirah Village Circle.
„Ich zeige meinen Kunden ausschließlich Objekte in ausgewiesenen Freehold-Gebieten – alles andere kommt für einen deutschen Investor gar nicht infrage.“
Die staatliche Behörde, die sämtliche Immobilientransaktionen in Dubai registriert, Eigentumsurkunden ausstellt und den Immobilienmarkt reguliert.
„Ohne Eintragung beim DLD gehört Ihnen rechtlich gar nichts – das ist der erste Punkt, den ich mit jedem Kunden kläre.“
Die Aufsichtsbehörde unter dem DLD, die Makler, Bauträger und Off-Plan-Projekte lizenziert und den Verbraucherschutz im Immobiliensektor überwacht.
„RERA-Lizenzen sind für mich ein Pflicht-Check: Kein lizenzierter Bauträger, kein Geschäft.“
Das offizielle, vom DLD ausgestellte Dokument, das den Eigentümer einer fertiggestellten Immobilie ausweist. Es ist der endgültige Eigentumsnachweis nach der Übergabe.
„Erst mit dem Title Deed in der Hand ist der Kauf für mich wirklich abgeschlossen.“
Vorläufige Registrierung einer Off-Plan-Immobilie beim DLD, solange das Projekt noch im Bau ist. Sie sichert die Käuferrechte, bis nach Fertigstellung der eigentliche Title Deed ausgestellt wird.
„Oqood ist Ihre Absicherung während der Bauphase – wir prüfen bei jedem Off-Plan-Kauf, dass die Einheit tatsächlich umgehend registriert wird.“
Der rechtsverbindliche Kaufvertrag zwischen Käufer und Verkäufer bzw. Bauträger, der Kaufpreis, Zahlungsplan, Objektbeschreibung und Fertigstellungstermin festlegt.
„Den SPA gehe ich mit jedem Kunden Zeile für Zeile durch – besonders die Klauseln zu Verzögerungen und Stornierung.“
Beim Weiterverkauf bestehender (Ready-)Immobilien übliche, RERA-standardisierte Absichtserklärung zwischen Käufer und Verkäufer, die vor der endgültigen Übertragung unterzeichnet wird.
„Form F ist bei Bestandsimmobilien der Moment, an dem der Deal verbindlich wird – der Notartermin ist damit nur noch der offizielle Akt des Geschäfts.“
Bestätigung des Bauträgers, dass keine Einwände gegen die Eigentumsübertragung bestehen (z. B. offene Servicegebühren). Wird bei jedem Weiterverkauf einer Immobilie benötigt.
„Ohne NOC des Bauträgers läuft beim Weiterverkauf gar nichts – darum kümmern wir uns im Hintergrund, damit die Transaktion reibungslos über die Bühne geht.“
Von RERA vergebene Genehmigungsnummer für jedes Immobilieninserat. Sie bestätigt, dass Makler und Anzeige offiziell zugelassen sind, und ist auf jedem seriösen Exposé angegeben.
„Ich rate meinen Kunden, bei jedem Inserat die Trakheesi-Nummer zu prüfen – so erkennt man seriöse Angebote von reiner Werbung.“
Ein Überblick über die Kosten und Zahlungsstrukturen, mit denen deutsche Käufer beim Immobilienerwerb in Dubai rechnen sollten.
Vom Bauträger festgelegter Zeitplan, nach dem der Kaufpreis einer Off-Plan-Immobilie in Raten während der Bauphase gezahlt wird, z. B. 60/40 oder 70/30 (Bauphase/Übergabe).
„Der Zahlungsplan entscheidet oft mehr über die Rendite als der Kaufpreis selbst – das erkläre ich jedem Kunden vor der Entscheidung.“
Zahlungsstruktur, bei der ein Teil des Kaufpreises erst nach der Übergabe der Immobilie über mehrere Jahre verteilt fällig wird – eine in Dubai verbreitete Finanzierungsform ohne Bankkredit.
„Post-Handover-Pläne sind für viele meiner Kunden der Einstieg ohne klassische Finanzierung – man muss nur die Konditionen genau vergleichen.“
Erste Zahlung bei Vertragsunterzeichnung, üblicherweise 10–20 % des Kaufpreises bei Off-Plan-Projekten, gefolgt von weiteren Raten laut Zahlungsplan.
„Zehn bis zwanzig Prozent Anzahlung sind Standard – alles deutlich darunter schaue ich mir besonders genau an.“
Gebühr von 4 % des Kaufpreises, die bei der Eigentumsübertragung an das Dubai Land Department zu zahlen ist, meist zzgl. einer festen Bearbeitungsgebühr.
„Die vier Prozent DLD-Gebühr rechne ich meinen Kunden immer von Anfang an in die Gesamtkalkulation ein.“
Gebühr in Höhe von 0,25 % der Darlehenssumme zzgl. Verwaltungspauschale, die bei der Registrierung einer Hypothek beim DLD anfällt.
„Wer mit Finanzierung kauft, sollte diese Nebengebühr nicht vergessen – sie wird gern übersehen.“
In Dubai ansässige Banken vergeben auch an nicht-residente Ausländer Baufinanzierungen, meist mit niedrigerer Beleihungsquote (50–60 %) als für Einheimische oder Residenten.
„Für Nicht-Residenten sind fünfzig bis sechzig Prozent Beleihung realistisch – ich verweise meine Kunden hier an spezialisierte Bankkontakte vor Ort.“
Gesetzlich vorgeschriebenes Treuhandkonto, auf das Bauträger sämtliche Käuferzahlungen für ein Off-Plan-Projekt einzahlen müssen. Gelder dürfen nur baufortschrittsabhängig freigegeben werden.
„Das Escrow-Konto ist einer der wichtigsten Käuferschutz-Mechanismen in Dubai – ich kaufe grundsätzlich nur bei Projekten mit nachweisbarem Escrow-Konto.“
Wohnimmobilien beim Erstverkauf und bei Vermietung sind von der 5 % VAT befreit; sie fällt jedoch z. B. auf Maklerprovisionen, Servicegebühren und Gewerbeimmobilien an.
„Die VAT betrifft meine Kunden meist nur bei Nebenkosten und Provisionen – nicht beim Kaufpreis selbst. Das sorgt regelmäßig für Verwirrung, die ich gerne aufkläre.“
Auf private Wertsteigerungen aus dem Verkauf von Immobilien erhebt Dubai keine Kapitalertragsteuer. Steuerpflichten im Wohnsitzland Deutschland bleiben davon unberührt.
„Keine Kapitalertragsteuer in Dubai heißt nicht automatisch steuerfrei für Sie in Deutschland – auch wenn dies viele Makler hier den Kunden so vermitteln.“
Beim Weiterverkauf von Bestandsimmobilien marktüblich 2 % des Kaufpreises zzgl. VAT, zu zahlen vom Käufer; bei Off-Plan-Projekten trägt der Bauträger die Provision.
„Bei Off-Plan-Projekten kostet meine Beratung den Käufer in aller Regel nichts zusätzlich – die Provision zahlt der Bauträger.“
Kennzahlen und Konzepte, die für die Bewertung der wirtschaftlichen Attraktivität eines Investments entscheidend sind.
Gesamtrendite einer Immobilie, die sowohl laufende Mieteinnahmen als auch Wertsteigerung berücksichtigt, meist als Prozentsatz des eingesetzten Kapitals ausgedrückt.
„Beim ROI schaue ich nie nur auf eine Zahl aus dem Exposé – ich rechne Servicegebühren und Leerstand immer realistisch mit ein.“
Jährliche Mieteinnahme im Verhältnis zum Kaufpreis der Immobilie, angegeben in Prozent (Brutto- oder Nettomietrendite nach Abzug der Nebenkosten).
„Bruttorenditen von sieben, acht Prozent klingen toll – erst die Nettorendite nach Servicegebühren zeigt, was wirklich übrig bleibt.“
Zunahme des Marktwerts einer Immobilie über die Zeit, beeinflusst durch Lage, Nachfrage, Infrastrukturentwicklung und allgemeine Marktzyklen.
„Wertsteigerung entsteht in Dubai vor allem durch Lage und Infrastrukturprojekte in der Umgebung – deshalb schaue ich mir immer den Masterplan der Nachbarschaft an.“
Immobilie, die noch nicht fertiggestellt ist und direkt vom Bauträger anhand von Plänen und Musterwohnungen verkauft wird, meist zu günstigeren Einstiegspreisen als vergleichbare Bestandsobjekte.
„Off-Plan bietet oft den besten Einstiegspreis, verlangt aber auch die genaueste Prüfung von Bauträger und Projekt – genau das mache ich für meine Kunden.“
Bereits fertiggestellte und übergabefähige Immobilie, die sofort bezogen, vermietet oder weiterverkauft werden kann.
„Bestandsimmobilien nehme ich mit Kunden, die sofort Mieteinnahmen sehen wollen und keine Bauphase abwarten möchten.“
Verkauf eines Off-Plan-Kaufvertrags vor Fertigstellung bzw. vor Ausstellung des Title Deed an einen neuen Käufer, in der Regel gegen eine Bauträgerfreigabe.
„Ein Assignment kann eine attraktive Zwischenstation sein – wichtig ist, dass der Bauträger dem Wechsel offiziell zustimmt.“
Preis, zu dem ein Bauträger die Einheiten eines neuen Projekts bei Markteinführung anbietet, meist niedriger als in späteren Verkaufsphasen desselben Projekts.
„Wer beim Launch einsteigt, sichert sich oft den besten Preis im gesamten Projekt – deshalb informiere ich meine Kunden frühzeitig über neue Launches, von denen ich überzeugt bin.“
Stadtteil oder Community mit überdurchschnittlicher Nachfrage-, Preis- und Vermietungsdynamik, häufig getrieben durch neue Infrastruktur, Handover-Wellen oder Investoreninteresse.
„Eine Hot Area erkenne ich nicht am Bauchgefühl, sondern an Transaktionszahlen und Handover-Terminen in der Umgebung – genau das analysiere ich für meine Kunden.“
Börsennotiertes oder privates Anlagevehikel, das in Immobilienportfolios investiert und Anlegern eine indirekte Beteiligung ohne Direktkauf einer Einheit ermöglicht.
„REITs sind für Kunden interessant, die von Dubais Markt profitieren, aber kein einzelnes Objekt verwalten möchten – eine sinnvolle Ergänzung, kein Ersatz für Direktinvestments.“
Die verkaufte Fläche (Sellable Area) umfasst neben der reinen Wohnfläche (Built-up Area) anteilige Gemeinschaftsflächen wie Lobbys oder Flure – der Quadratmeterpreis bezieht sich meist auf die größere Sellable Area.
„Viele Kunden wundern sich, warum die Wohnung kleiner wirkt als im Exposé angegeben – das liegt fast immer am Unterschied zwischen Sellable und Built-up Area.“
Diese Begriffe sind relevant, sobald ein Projekt in der Bauphase steckt oder auf die Übergabe zugeht.
Entwickler, der ein großflächiges Stadtviertel bzw. eine Masterplan-Community plant und die grundlegende Infrastruktur errichtet, innerhalb derer verschiedene Sub-Developer einzelne Projekte realisieren.
„Der Master Developer bestimmt die langfristige Qualität einer ganzen Gegend – das prüfe ich mit, bevor ich ein Projekt eines Sub-Developers empfehle.“
Bauträger, der innerhalb einer vom Master Developer angelegten Community ein einzelnes Wohn- oder Gewerbeprojekt entwickelt und verkauft.
„Bei einem Sub-Developer schaue ich mir immer die Erfolgsbilanz früherer Projekte an – nicht nur die Hochglanzbroschüre des aktuellen.“
Der Zeitpunkt, an dem der Bauträger eine fertiggestellte Immobilie offiziell an den Käufer übergibt, verbunden mit Schlüsselübergabe und Ausstellung des Title Deed.
„Der Handover-Termin steht im Vertrag – ob er auch eingehalten wird, ist eine andere Frage, die ich mit meinen Kunden realistisch bespreche.“
Verspätung der Fertigstellung gegenüber dem im SPA vereinbarten Termin. Die meisten Verträge sehen eine Kulanzfrist (z. B. 6–12 Monate) vor, bevor Entschädigungsklauseln greifen.
„Eine gewisse Verzögerung ist in Dubai fast die Regel – entscheidend ist, was der Vertrag für den Fall vorsieht, und das lese ich vorher genau.“
Systematische Abnahmeprüfung einer neu übergebenen Immobilie auf Mängel und Baufehler, bevor die endgültige Abnahme durch den Käufer erfolgt.
„Ich rate jedem Kunden, vor der finalen Unterschrift eine gründliche Snagging-Liste erstellen zu lassen – im Zweifel mit einem unabhängigen Gutachter, den wir in unserem Netzwerk haben.“
Jährliche, pro Quadratmeter berechnete Gebühr für Instandhaltung, Sicherheit und Gemeinschaftseinrichtungen einer Immobilie, festgelegt vom Property Manager und im RERA-Index veröffentlicht.
„Die Servicegebühr ist der Kostenpunkt, den Erstkäufer am häufigsten unterschätzen – ich rechne sie bei jeder Renditekalkulation von Anfang an mit ein.“
Öffentlich einsehbares Register, das die von RERA genehmigten Servicegebühren pro Gebäude bzw. Community veröffentlicht und Vergleichbarkeit zwischen Projekten schafft.
„Vor jedem Kauf gleiche ich die angegebene Servicegebühr mit dem RERA-Index ab – Abweichungen sind ein Warnsignal.“
Verwaltung einer Immobilie im Auftrag des Eigentümers, einschließlich Vermietung, Mietinkasso, Instandhaltung und laufender Kommunikation mit Mietern.
„Gerade für Kunden, die nicht selbst vor Ort leben, ist ein zuverlässiges Property Asset Management entscheidend.“
Rechtlicher Rahmen für Gebäude mit mehreren Eigentümern (z. B. Apartmentkomplexe), der Rechte und Pflichten der Eigentümergemeinschaft sowie die Verwaltung des Gemeinschaftseigentums regelt.
„Wer eine Wohnung in einem großen Komplex kauft, wird automatisch Teil dieser Eigentümergemeinschaft – das erkläre ich besonders Erstkäufern gerne im Detail.“
Dubais verpflichtender Nachhaltigkeitsstandard für Neubauten, der Energie- und Wassereffizienz, Materialwahl und Innenraumqualität von Gebäuden bewertet.
„Nachhaltigkeitszertifikate wirken sich zunehmend auf Wiederverkaufswert und Servicegebühren aus – ein Punkt, den ich Kunden mit langfristigem Anlagehorizont besonders ans Herz lege.“
Ergänzende Begriffe rund um Aufenthalt, Alltag und Vermietung, die für deutsche Investoren praktisch relevant sind.
Langfristiges Aufenthaltsvisum (in der Regel 10 Jahre) für die VAE, das u. a. bei einer Immobilieninvestition ab AED 2 Millionen beantragt werden kann, ohne dass ein lokaler Sponsor nötig ist.
„Das Golden Visa ist für viele meiner Kunden mindestens genauso wichtig wie die Rendite selbst – planbare Sicherheit für die ganze Familie.“
Verpflichtendes staatliches Registrierungssystem für Mietverträge in Dubai. Ohne Ejari-Registrierung ist ein Mietvertrag rechtlich nicht durchsetzbar und DEWA-Anschlüsse können nicht beantragt werden.
„Ohne Ejari-Registrierung hat ein Mietvertrag in Dubai praktisch keinen Wert – das ist einer der ersten Schritte nach jeder Vermietung.“
Dubai Electricity and Water Authority – der staatliche Versorger für Strom und Wasser, bei dem für jede Immobilie ein eigener Anschluss beantragt und angemeldet werden muss.
„Die DEWA-Anmeldung klingt banal, wird aber gerade von Erstkäufern aus Deutschland regelmäßig vergessen – ich erinnere meine Kunden aktiv daran.“
Kurzzeitvermietung möblierter Wohnungen (z. B. über Airbnb) erfordert eine gesonderte Holiday-Home-Lizenz der Tourismusbehörde DET und unterliegt eigenen Auflagen, die sich von der klassischen Langzeitvermietung unterscheiden.
„Kurzzeitvermietung kann attraktiv sein, ist aber lizenzpflichtig und aufwendiger als gedacht – die Vor- & Nachteile bespreche ich mit Kunden, bevor sie sich dafür entscheiden.“
Offizielle App des Dubai Land Department, über die sich u. a. Eigentumsurkunden, Mietverträge (Ejari) und Transaktionshistorien einer Immobilie einsehen und teils digital abwickeln lassen.
„Ich zeige meinen Kunden gerne, wie sie über die REST-App selbst den offiziellen Status ihrer Immobilie einsehen können – das schafft zusätzliches Vertrauen, dass man vieles aus der Ferne kontrollieren kann.“
Zeitlich befristetes Nutzungsrecht an einer Immobilie (meist bis zu 99 Jahre) ohne Eigentumsübertragung des Grundstücks – seltener als Freehold, kommt aber in bestimmten Gebieten vor.
„Usufruct verwechseln viele mit echtem Eigentum – ich weise Kunden hier ganz bewusst auf den Unterschied zu Freehold hin.“
Größere, meist vom Master Developer geplante Wohn- und Lebensumgebung mit eigener Infrastruktur (Schulen, Parks, Einzelhandel), innerhalb derer mehrere Projekte und Bauträger aktiv sind.
„Ich rate Kunden immer, zuerst in die Community zu investieren und erst danach in die einzelne Einheit – die Lage im Gesamtkonzept macht langfristig den Unterschied.“